Immobilienpreise trotzen Corona

Auch die Corona-Krise kann dem seit Jahren andauernden Boom im Immobiliensektor scheinbar nichts anhaben. Dies legt zumindest eine Studie des Hamburger Forschungsinstitutes F+B nahe. Der Traum vom Eigenheim hat sich weiter verteuert. Immobilienpreise bei Ein- und Zweifamilienhäusern steigen unverändert weiter. So teilt es das Forschungsinstitut am Montag mit.

Insbesondere Ein- und Zweifamilienhäuser erfahren eine starke Preissteigerung von 8,6 % im 3. Quartal. Die Steigerung bei Eigentumswohnungen mit 5,5 % fällt ebenfalls nicht gering aus. „Wir sind der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub bei gleichzeitig beschränktem Angebot erzeugt hat“, sagte F+B-Chef Bernd Leutner in der Auswertung.

Auch Nachfrage verändert sich in der Krise

Auch im 2. Quartal sind die Preise bereits gestiegen. Aufgrund der weiter anhaltenden und verschärften Krise wuchs jedoch die Hoffnung, dass die Preise zumindest auf dem Status Quo verbleiben. Dies ist zumindest für Mietverträge offensichtlich gegeben. Die Neuvermietungsmieten sind lediglich und kaum messbar um 0,1 % gestiegen. Dies jedoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum 2. Quartal sind die Preise für Mietwohnungen sogar gesunken und zwar um 0,9 Prozent.

Aufgrund der aktuellen Krise können wir beobachten, dass der Wunsch nach mehr Wohnraum ansteigt. Dies kann zum einen auf die vermehrte Möglichkeit des Home Office hindeuten. Darüber hinaus verbringen die wir alle mehr Zeit zu Hause und wünschen uns hier mehr Gestaltungsspielraum.

Der Vergleich auf längere Sicht

Immobilienpreise für Einfamilienhäuser stiegen im Vergleich vom 3. Quartal 2020 zum 3. Quartal 2015  um satte 37,4 %. Im Zehn-Jahresvergleich wurden sogar 61,3 % gemessen. Eigentumswohnungen verteuerten sich innerhalb der letzten fünf Jahre im bundesweiten Mittel um 33,5 % und in den vergangenen 10 Jahren sogar um 88,3 %. Deutlich wird hierbei, dass die Eigentumswohnungen im langfristigen Vergleich weiterhin die höchste Preissteigerung erfuhren. Dies scheint sich nun nach und nach zu ändern.